Ein kurzweiliger Abend und ein Fest der Demokratie…

Ein kurzweiliger Abend und ein Fest der Demokratie…

Letzten Donnerstag lud Thomas Breitenfellner ins Stockwerk zum Gespräch mit den Bürgermeisterkandidatinnen und -Kandidaten ein. Wie man es von Thomas Breitenfellner kennt, hat er einen perfekten Rahmen geschaffen und begeisterte durch seine professionelle, humorvolle und fachlich scharfe Moderation. „Selten so eine kurzweilige politische Veranstaltung gesehen“, war am Ende ein oft gehörter Kommentar aus dem Publikum. Für 350 Gäste war bestuhlt, um die 150 hatten noch das Glück einen Stehplatz zu ergattern und viele konnten leider nicht mehr rein gelassen werden.

Zum Warmwerden gab’s „Entweder-oder“-Fragen. Wichtigste Erkenntnis des Abends:
Claudia O’Hara-Jung ist Team Schlager, nicht Heavy Metal!

Danach wurde es persönlicher: Lebenswege, Gröbenzell mit Schwerpunkt Kirchen- und Bahnhofstraße, Motivation fürs Bürgermeisteramt usw. Thomas wusste Bescheid und sprach auch Claudias Zeit in Spanien an, die sich bei näherem Hinsehen eher als längerer Umzug mit Rückfahrkarte entpuppte. Haus behalten, Familie hier, Kinder wieder in Deutschland, Ende der Geschichte.

Ehrlich und offen erklärte Claudia auch, warum sie 2016 ihr Gemeinderatsmandat niederlegte: Zwei Grundschulkinder, Anwaltsberuf und Gemeinderat waren einfach zu viel. Konsequenz ziehen, wenn man den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird, auch das gehört zur Politik.

Auf die Frage, ob der Bürgermeisterinnenwunsch beim Spaziergang an der Rathausstraße entstanden sei, kam zwar ein lachendes „Ja klar, ich hab das neue Rathaus gesehen und gedacht, cool, da will ich rein“, aber schnell auch der ernste Kern:
Die Mischung aus juristischer Vielfalt, direktem Kontakt mit Menschen vor Ort und dem Wunsch, Demokratie aktiv mit zu gestalten, das ist ihre Motivation.

In der inhaltlichen Runde ging es u.a. um den „grünen Baum“ und den klaren Wunsch nach Gesprächen statt Schnellschüssen. Videoüberwachung, der Vorschlag kam von Jens Wäcken, dem CSU Kandidaten, das sah Claudia nicht umsetzbar, mit Verweis auf hohe rechtliche Hürden.

Nach der Pause dann der einzige echte Schlagabtausch des Abends: Gregor von Uckermann hielt der CSU ihr eigenes Wahlprogramm von 2020 vor und erklärte, dass die heutigen Ideen im krassen Gegensatz zu dem stehen, was im Wahlprogramm stand. Die Antwort von Jens Wäcken:„Ein Wahlprogramm ist ein Wahlprogramm.“
Das Publikum fand das nicht so lustig und quittierte mit Buh-Rufen.

Ansonsten blieb die Diskussion durchweg sachlich, fair und, dank Thomas Breitenfällners knackiger, humorvoller Moderation, extrem unterhaltsam

Claudias klare Botschaft: Entscheidungen treffen und jetzt endlich in die Umsetzung gehen. Nach 30 Jahren Planung für die Kirchenstraße könne man nicht schon wieder auf die Pausetaste drücken. Zu teuer, frustrierend vor allem auch für die Verwaltung und die Bürger, die sich mit viel Engagement bei der Planung mit eingebracht haben. Als Bürgermeisterin sieht sie sich zudem klar in der Verantwortung für rund 250 Mitarbeitende: Mitarbeiterzufriedenheit, werteorientierte Führung, Motivation hoch und Fluktuation niedrig halten, ist aus ihrer Sicht das Rezept für eine gut funktionierende Verwaltung. Sie sieht das als einen wesentlichen Teil der Aufgabe in diesem Amt.

Am Ende kam an Claudia noch die Frage, ob sie als Bürgermeisterin alles genauso machen würde wie Martin Schäfer? Die spontane Reaktion war ein kurzes Nein. Natürlich nicht, ich bin ein anderer Typ, habe andere Kompetenzen, einen anderen Kommunikationsstil. Das ist kein besser oder schlechter, sondern eben ihr eigener Stil.

Fazit: Ein Abend, der gezeigt hat, dass Kommunalpolitik nicht trocken sein muss. Gute Themen, gutes Publikum und ein Moderator, der Demokratie tatsächlich feierfähig gemacht hat. Danke dafür Thomas Breitenfellner!